Was würde das Mädchen, das du mal warst, über die Frau sagen, die du heute bist?

Ganz vielen Menschen, habe ich diese Frage bereits gestellt. Der erste Gedanke ist meistens „Ha das ist leicht!“, danach folgt ein grosses Schweigen. Wenn ich dem Mädchen von damals einige Fragen beantworten müsste, käme ich ganz schön in Verlegenheit.

Es ist nicht alleine die Berufswahl – ich wollte damals Tierärztin, Hebamme oder Reporterin werden, nichts davon ist es geworden – es sind auch ganz kleine Dinge. Dinge, die wir heute als unwichtig erachten:

„Warum pflückst du heute keine Blumen mehr?“ – „Wann hast du zuletzt einen Marienkäfer von deinem Finger fliegen lassen?“ – „Warum bist du nicht mehr so fröhlich und lachst soviel wie früher?“ – „Warum singst du keine Lieder mehr oder hüpfst am Bordstein entlang?“ – „Warum hast du keinen Hund mehr?“ – „Warum schaust du so ernst.“

Wie man als verantwortungsbewusster Erwachsener als heute antworten würde, würde auch ich hier sagen: „Kind, ich musste den ernst des Lebens kennenlernen“ – „Das Leben ist kein Ponyhof, ich muss Rechnungen bezahlen.“ – „Man kriegt nicht immer, was man sich wünscht. Du musst hart dafür arbeiten.“ – „Es gibt wichtige Dinge im Leben, da bleibt nicht viel Zeit und ein Garten kostet Geld.“ – „Manchmal kommen die Dinge anders, als man sich das träumt.“

Wie ernüchternd… ich kann das Gesicht der Kleinen bereits vor mir sehen. Traurig und bedauernd würde sie mich anblicken. Gleichzeitig vermutlich ungläubig, ihr würde das ja nie passieren. Und doch.

Doch stehen wir manchmal an einem Punkt im Leben, an dem wir uns mit unserem Mädchen von damals treffen sollten. Wir sollten Kriegsrat mit ihr halten und uns die Welt nochmal neu erklären lassen. Sie würde uns sagen, dass wenn man viel lacht und Dinge isst, die man gern hat, man viel weniger krank werden würde. Dass es gut ist, Zeit für sich zu haben, selbst wenn man mit einem Gänseblümchen im Mund einfach Figuren in den Wolken sucht. Sie würde uns sagen, dass die Träume die wir hatten, vielleicht nicht mehr gültig sind, wir haben trotzdem neue Träume haben dürfen. Und sie würde uns sagen, dass Menschen, die uns nicht gut tun, wir einfach nicht mehr treffen müssen. Wir dürfen uns wieder mit der Natur und unserer Seele verbinden und ein bisschen Kind sein.

Ich muss gestehen, als ich aus meinem persönlichen Kriegsrat kam, wusste ich genau was mir fehlt. Ich spürte diese Sehnsucht nach Freiheit, nach Leichtigkeit im Leben. Ein bisschen sorgloser zu sein und nicht immer nur ernst und so schrecklich erwachsen. Aber ich hatte keine Ahnung wie…

Leider gibt es für das Leben nicht immer einen 5-Punkte-Plan, aber es gibt ein bisschen Mystik, Wunder und Hoffnung. Wenn du den Punkt in deinem Leben erreicht hast, in dem es einfach genug ist. Genug an Ernsthaftigkeit, genug an Traurigkeit, genug an Sorgen oder Krankheit, genug an Menschen die dich leer machen, genug an Dingen die dir keine Freude bereiten, genug von schwarz – weiss – Denken oder genug von grauen Tagen, genug von hängenden Mundwinkeln und kräuselnden Zehennägeln, genug von endlosen Gedankenkarussellen, genug von Beziehungen ohne fruchtbaren Boden, genug von Stagnation und innerlichen sterben, genug von Oberflächlichkeiten, genug von Egoisten, genug von Tagträumen und Nachtschrecken, genug von der Vergangenheit, genug von der Zukunft, genug von den Verpflichtungen, genug von den Bedürftigkeiten, genug von immer haben wollen, genug von niemals kriegen werden….

Wenn dein Fass überläuft.

Wenn dein Fass überläuft ist es Zeit es auszuleeren und den Boden neu zu bewässern und zu bepflanzen. Eigenmächtig und selbstständig, aber nicht allein.

Mit Hilfe von schamanischen Seelenreisen, lernst du, dich immer mehr ins Jetzt zu bringen und deinen inneren Dialog zu verlangsamen bis zeitweise ganz abzustellen, damit du deine Ruhe finden kannst. Betrachte deine Vergangenheit und hole dir deine Kraft zurück ins Jetzt, damit du dein Leben neu oder umgestalten kannst. Löse dich von Versprechen und Seelenverträge – Dingen, die du musst oder sollst. Du kannst den Zustand erreichen, in dem du selbst bestimmst, was du möchtest oder nicht. Du nimmst dein Leben selbst in die Hand. Durch den inneren Räuber betrachtest du deine Opferrolle im Leben und stellst dich ihm. Du schärfst deine Instinkte, damit du gewissen Lebenssituationen nicht mehr einfach nur ausgeliefert bist. Du erkennst damit deine eigenen Stärken und kannst an Mut und Selbstbewusstsein gewinnen. Durch die Arbeit mit den Elementen und tierischen, pflanzlichen und mineralischen Kräften fühlst du dich mehr mit der Natur verbunden. Du arbeitest an deinem Frei-Sein, Wild-Sein und sammelst wertvolle Lebenserfahrung. Dies wirkt sich erfahrungsgemäß auch positiv auch auf deinen Körper aus und du kannst besser spüren, was auch deinem Körper gut tut.

Durch die Übung des Rekapitulierens holst du dir auch im Alltag immer wieder deine Energie zurück zu dir und lernst somit, mit deinem neuen Energiehaushalt zu arbeiten. Du kannst die Alltägliche Wirklichkeit mit der Nicht-Alltäglichen Wirklichkeit vereinen, sei es durch die schamanischen Reisen, durch Visionsreisen, durch deine Instinkte oder deine Träume.

Du kannst keinen Atemzug für gestern nachholen oder einen für morgen bereits vorsorglich tun. Du kannst nur Jetzt atmen. Wenn du dir dessen bewusst bist, öffnest du für dich neue Räume und Möglichkeiten.