Hallo du Liebe

Fragst du dich manchmal auch, wie andere etwas tun würden? Und dass andere das sicher viel besser machen als du? Und dann findest du heraus, dass die das viel weniger ernst genommen haben und deine eigene Messlatte einfach sehr viel höher lag?

Wir Menschen möchten gerne immer alles unter Kontrolle haben und in Sicherheit wissen. Du kannst dir verstandesmässig zwar alles sehr gut erklären,  aber innerlich fängt der Sicherheitsmodus an zu arbeiten. Denn es entstehen erhebliche Zweifel, ob das Ergebnis erreicht werden kann und überhaupt gut genug ist. Da schaltet dein Kopf um, denn er sieht überall dein Ziel gefährdet oder sich bedroht ausgegrenzt zu werden, wenn du versagst. Das ist der Moment, wenn dein Hirn anfängt auf Hochtouren diverse Untergangsszenarien abzuspielen und in der Brust sich ein Gefühl von massiven Selbstzweifeln aufbaut. Du traust dir gerade selber nicht mehr über den Weg, ob du das alles noch in den sicheren Hafen schaukeln wirst. 

Je nachdem wieviel Einfluss du auf die Situation hast, empfindest du diesen beklemmenden Zustand stärker oder schwächer. 

Annahmen und Unterstellungen

Du kannst dein Selbstbewusstsein aufbauen und dein Selbstvertrauen stärken, damit du mit der Unsicherheit im Alltag gut umgehen kannst. Dabei ist es wichtig, dass du zu dir zurückfindest. Doch was heisst das genau?

Dafür muss ich kurz etwas ausholen: Wie viele bereits wissen, bin ich in Wien aufgewachsen und zwar in einem wirklich schlimmen Viertel. Ich musste immer aufpassen wo ich entlanglaufe, wurde ganz oft angepöbelt und es war allgemein gefährlich alleine als junges Mädchen da irgendwo herumzulaufen. Meine Sinne haben sich in diesen Jahren aufs äusserste geschärft und ich bin mit dieser Brille in die Schweiz gekommen. Das heisst, ich habe jeden Menschen gescannt, war bis aufs äusserste angespannt, habe niemandem getraut, da ich die Lage hier ja noch nicht einschätzen konnte. Ich brauchte wirklich lange – sehr lange – um hier in der Schweiz loszulassen. Um mich hier sicher zu fühlen und nicht hinter jedem einen Schwerverbrecher zu vermuten: Gebranntes Kind, scheut das Feuer und das traf bei mir wirklich zu.

Durch meine Freundinnen damals, habe ich gemerkt, dass ich diesen strengen Sicherheitsmodus gar nicht mehr brauche. Dass ich mit meiner Sicherheitsbrille viel zu viele Vermutungen anstelle, die mir auch nicht gut taten. Ich sah immer das Worst-Case-Szenario. So unterstellte ich jedem Mann Nachts ein Verbrecher zu sein und ich entwickelte einen ungesunden Pessimismus. Wie schwer ich mit dieser Einstellung zu leben hatte, viel mir erst auf, als ich begann das zu ändern und vieles für mich leichter wurde.

Ich habe mich sozusagen mit sturer Disziplin dazu gezwungen, die Dinge wieder positiv zu sehen, Situationen zu relativieren und ins richtige Licht zu rücken. Damals habe ich nicht nur meine Komfortzone verlassen, sondern vor allem meine lange antrainierte Sicherheitszone und das Gute ist: Das kannst du auch! Es ist nämlich lernbar. Ich wollte unbedingt zu mir zurückfinden und wieder fröhlich und positiv sein. Daraus habe ich für mich folgende Learnings fürs Leben mitgenommen:

  • Du entscheidest immer selber darüber, wie du die Dinge sehen willst
  • Du entscheidest auch selber darüber, wie du dich fühlen willst
  • Nur du bist verantwortliche für deine Gefühle
  • Die Welt dreht sich nicht nur um dich, erweitere deinen Horizont
  • Echte Sicherheit, kannst du dir nur selber geben
Unsicherheit überwinden - Du bist stark
Unsicherheit überwinden - Du bist mehr wert

Wie ist das anwendbar im Alltag?

Diese Erkenntnisse haben mir wirklich weitergeholfen. Ich wollte nicht hinter jedem Zwischenton direkt einen Angriff zu vermuten. Das ist eine reine Einstellungssache. Wenn du eine Email bekommst, kannst du sie in der Regel auf mindestens zwei verschiedene Arten lesen. Für welche, entscheidest immer du. Das Gleiche gilt bei Zwischentönen in Gespräche. Ich entscheide selber, ob ich sie an mich heranlasse oder eben nicht. 

Ein weiterer Punkt ist, sich immer ausreichend zu informieren. Ein Thema nicht einfach als gegeben zu nehmen, sondern zu recherchieren und mit verschiedenen Menschen darüber zu sprechen. Erst danach kann ich mir eine eigene Meinung bilden. Es gibt Themen, mit denen habe ich mich noch nie beschäftigt. Wenn ich eine Meinung dazu haben will, muss ich mich informieren und darüber nachdenken. Was sind meine Werte und wie finde ich das Ganze? Niemand kann das immer sofort aus dem Ärmel schütteln und das musst du auch gar nicht.

Der Mitunter wichtigste Punkt ist: Übernimm Verantwortung für deine Gefühle. Wenn du zum Beispiel denkst, du machst deine Arbeit nicht gut genug oder es genügt nicht, was du machst, dann sammle Informationen dazu. Frag deinen Chef, frag deine Mitarbeiter oder Arbeitskollegen. Hol dir Feedback ein und beantworte die Frage nochmal neu. Wenn du dich aber einfach nur ungenügend fühlst, dann liegt das bei dir. Niemand anderes ist dafür verantwortlich, wenn du dich so fühlst. Es liegt in deiner Eigenverantwortung deine Gefühle zu leben oder zu verändern. Wenn du dich also nicht mehr unzulänglich oder ungenügend fühlen möchtest, musst du etwas dagegen tun. Und dann veränderst du die Sicht auf die Dinge.

Kennst du schon meinen kostenlosen Mini-Kurs „Selbstsicher sein“? Er kann dir dabei helfen, das Thema in einem ersten Schritt anzugehen.

Liebe Grüsse

Deine Dorothee

Fotografinnen Bilder: Dorothee Brumann und Pexels.com

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