Es scheint DAS Thema zu sein, das jede Frau irgendwann beschäftigt. Das Leben bietet uns hierfür dutzende Möglichkeiten, um unseren Selbstwert zu steigern oder komplett zu ruinieren.

Wichtig hierbei ist zu wissen, dass Selbstwert lernbar ist. Wobei ich nicht sage, dass das leicht ist, haben wir dennoch die Möglichkeit unseren Wert uns gegenüber aufzubauen.

Die schamanische Perspektive
Aus der schamanischen Perspektive gibt es viele Bereiche, in denen der Selbstwert eine Rolle spielt. Sei es die geschichtliche, also die Rolle der Frau in den letzten Jahrhunderten, wie auch die eigene Geschichte und Kindheit, das Mutterbild, die gelernten Werte und Erfahrungen, erste Partnerschaften, die Reifung zur jungen Frau, zur erwachsenen Frau, zur Mutter oder geistigen Mutter, Selbstwert und die eigenen Kinder, die Partnerschaft oder gegenüber der Schwiegermutter, mit dem Arbeitgeber, dem Chef und den Bürokollegen, genauso wie mit der Berufswahl, der Lohnverhandlung oder dem Traumjob.

Unser Selbstwert beeinflusst unsere Darstellung nach Aussen so, wie wir uns in uns drinnen fühlen. Wenn wir uns als nichts wert fühlen, nehmen uns die anderen auch als nichts wahr. Aus diesem Grund kann ein geringes Selbstwertgefühl unser ganzes Leben beeinflussen. Negativ, aber genauso natürlich positiv.

Als Mutter eines Kleinkindes kenne ich viele Situationen, in welchen ein starkes Selbstwertgefühl von Vorteil wäre. Das fängt bei der Wahl des Spitals ab (was keine Hausgeburt?), geht über die Entscheidung des Stillens und der Ernährung (Abstillen ja/nein, Kuhmilch ja/nein, Brei ab wann, Gemüse oder Früchte, nur Wasser oder Tee, Schoppen vor oder nach dem Zähneputzen….) und hört eigentlich nicht mehr auf solange man Kinder hat. Das Phänomen der Mütter-Streitigkeiten sorgt immer wieder für Diskussionen und obwohl alle sich ein harmonisches und hilfsbereites miteinander wünschen, endet es immer im Hickhack. Wenn nicht vordergründig, dann halt im Hintergrund. Die Unsicherheit hängt dick wie eine Nebeldecke über allen Müttern. Warum das so ist, darüber gibt es viele Theorien, aber das soll heute nicht das Thema sein.

Was kann ich tun, um mir zu mehr Selbstwert zu verhelfen?
Zuerst einmal kannst du dir ein richtig dickes Fell zulegen. Das heisst nicht, dich mit Süssigkeiten und nächtlichen Hungerattacken aufzurüsten, sondern dir wortwörtlich einen Raum um dich zu schaffen, welcher nicht jede Aussage, Meinung oder Kritik ungefiltert auf dich einhämmern lässt. Damit bist du nicht verschlossen gegenüber allem, sondern du nimmst dir die Zeit, alles zu prüfen und als wichtig oder wichtig zu deklarieren. Entscheide selber, welche Dinge du dir zu Herzen nehmen willst (wortwörtlich).

Um diesen Raum um dich auszuhalten, brauchst du eine innere Unerschütterlichkeit. Du setzt dich also geistig in deinen Körper hinein – am besten wie ein kleiner Buddha – und hörst dir erst einmal an was dir die Menschen, Zeitungen, Fachforen, Ärzte, Freunde, Nachbarn, Lehrer usw. zu erzählen haben. Erlaube dir in dieser Haltung nicht anzunehmen oder abzulehnen, sondern in Ruhe darüber nachzudenken. Keiner erwartet, dass du Entscheidungen über dich, deine Familie oder Kinder gleich treffen musst. Sich zu nichts drängen zu lassen braucht ein wenig Mut und Rückgrat.

Finde deine Rolle innerhalb deiner Familie, deinen Verwandten und Angehörigen. Sehr oft übernehmen wir eine Rolle innerhalb unseres Familienclans, einfach weil die Stelle gerade frei und unbesetzt war. Es ist wichtig zu wissen, welche Rolle du im Clan hast und ob du diese würdevoll ausführst. Wie bei jedem Job, kannst du dir ab und an die Frage stellen, ob die Tätigkeit noch dem entspricht, was du gerne tun würdest. Zugeben, die Rolle im Clan zu ändern ist nicht ganz so leicht, wie den Job zu wechseln, aber es ist möglich! Ich persönlich habe viele wunderbare Veränderungen in Clans miterleben dürfen. Manchmal dauert diese Veränderung ein wenig länger, da mehr Menschen involviert sind, aber das alleine ist kein Grund, um deine aktuelle Clanstellung nicht zu hinterfragen und auch zu verändern.

Bei all dem ist eines nicht zu vergessen. Wenn du an deinem Selbstwert arbeitest, arbeitest du auch für deine Kinder mit. Du bist ihr Vorbild und sie lernen von dir. Nicht nur die Töchter lernen von den Müttern, sondern auch die Söhne. Eine starke Mutter zu sein heisst nicht nur laut zu brüllen wie ein Löwe, sondern auch die Kraft der Ruhe zu besitzen. Der Regenration, Zurückgezogenheit und inneren Weisheit.

Ein Weg entlang der Grenze
Die Arbeit am Selbstwert ist eine Grenzarbeit und auch Grenzerfahrung. Denn nur wenn du dich immer wieder aus dem Fenster lehnst, den Schritt ins Leere wagst oder deine Hürden überspringst, lernst du dich besser kennen. Baue dein Selbstwertgefühl auf – weil du es dir wert bist 😉